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Monthly Archives: Juni 2013

Jinbei Freelander FL-II 500 Porty

Jinbei Freelander FL-II 500 Porty

Wofür in der Bezeichnung dieses mobilen Blitzes die Zahl 500 steht ist mir völlig unklar. Wo doch der Blitz „nur“ 400 Ws Leistung vorzuweisen hat. Aber abgesehen von der irreführenden Bezeichnung ist der Jinbei Freelander FL-II 500 Porty ein echtes Schätzchen für mich. Bisher hatte ich noch keine Lösung gefunden einen Blitz, der etwas mehr Leistung als ein Aufsteckblitz hat, im HSS Modus abzufeuern. Wie sehr habe ich immer all die Nikon User beneidet die diese Möglichkeiten bereits nutzen konnten. Jetzt endlich habe ich auch einen Weg gefunden einen (anständigen) Blitz mit meiner Canon jenseits der 1/200stel Grenze auszulösen. In Kombination mit dem Yongnuo YN-622C TTL Funkauslöser lässt sich der Blitz problemlos bis zu einer 1/8.000stel Sekunde synchronisieren. Wow, damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Somit ist es nämlich möglich mit der allseits geliebten Offenblende zu fotografieren. Und da auch ich ein Offenblenden-Junkie bin, dürfte mir die Begeisterung zurzeit im Gesicht geschrieben sein. Super gut finde ich auch, dass ich über das vorhandene Bowens Bajonett meinen Beauty Dish von Flash2Softbox verwenden kann. So habe ich direkt einen guten Outdoor Lichtformer parat. In meiner Rolle als Hochzeitsfotograf freue ich mich nun auf die nächste Gelegenheit den Blitz in der Praxis anzuwenden.

Zwei Dinge möchte ich euch jedoch nicht vorenthalten.

1.) Einen etwas instabilen Eindruck macht mir der Klemmneiger am Blitzkopf. Bei größeren Lichtformern dürfte es wohl Probleme mit der Feststellung geben.

2.) Obwohl die HSS Synchronisation problemlos funktioniert, ist in den Fotos ein leichter Helligkeitsverlauf erkennbar. Dieser lässt sich jedoch problemlos z.B. in Lightroom mit dem Verlaufsfilter korrigieren.

Folgend seht ihr ein paar Bilder die ich mit dem Jinbei gemacht habe.

 

Exif: 1/100 Sek. bei f / 5,0, ISO 640, 12mm

AN9Y7390-2
 

Exif: 1/640 Sek. bei f / 5,6, ISO 200, 50mm

Fotograf Marc Schelwat

 

Lieber gleich richtig fotografieren…

Seit einiger Zeit strebe ich es an, auf Hochzeiten, die ich fotografisch begleite durch einen Assistenten unterstützt zu werden. Dabei greife ich gerne auf Leute zurück die bereits über ein gutes Grundwissen in der Fotografie verfügen, aber dennoch von mir lernen können. So kam es, dass ich auf der letzten Hochzeit eine kleine Diskussion mit meinem Assi hatte. Dabei ging es um die Belichtung. I.d.R. fotografiere ich entweder direkt im M-Modus oder im AV-Modus, also der Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik. Hier geht es aber um die Belichtung im AV-Modus. Es ist ja bekannt, dass die Kamera immer versucht auf ein 18%iges grau zu belichten. In vielen Fällen funktioniert das auch ganz gut. Es kommt aber dennoch oft genug vor, dass die Kamera mit der Situation überfordert ist. Typische Beispiele dafür sind der berühmte weiße Hase auf einem Kohlenhaufen oder der Schornsteinfeger im Schnee. In diesen Situationen muss mann in die Belichtung korrigierend eingreifen. Mein Assi hat aber die Meinung vertreten, dass die Belichtung genau so gut auch erst später am Rechner, also im RAW Konverter (z.B. Lightroom) korrigiert werden kann…

Diese Denkweise ist jedoch falsch. Es es sollte grundsätzlich immer unser Ziel sein unsere Fotos direkt korrekt zu belichten. Zum einen spart das viel Zeit in der Postproduktion, gerade bei Hochzeiten wo schnell mal 2.000 Bilder auf der Speicherkarte landen. Viel entschiedener ist allerdings die Tatsache, dass die Qualität in der späteren Aufhellung stark nachlässt. Dabei wird nämlich das ISO-Rauschen ebenfalls erhöht. Bei schönem Wetter am Strand und ISO 100 mag das gar nicht so gravierend sein, aber gerade bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. im High-ISO-Bereich stößt man schnell an die Grenzen.

Die folgenden Bilder sollen meine Aussage belegen. Die Lichtsituation war durchaus anspruchsvoll, Gegenlicht, ziemlich dunkel, alle Bilder wurden ohne Blitz aufgenommen. Das erste Bild wurde von meinem Assi aufgenommen. Es ist unbearbeitet, also „out of cam“. Es wurde mit ISO 3.200 fotografiert, ohne Belichtungskorrektur, der Belichtungsmesser der Kamera war natürlich gnadenlos überfordert und so ist das Bild stark unterbelichtet. Im zweiten Beispiel seht ihr das gleiche Bild, es wurde in Lightroom über die Belichtung um 1,7 Blenden aufgehellt. Der Qualitätsverlust und das erhöhte Bildrauschen ist deutlich zu erkennen. Das dritte Bild wurde von mir mit einer Belichtungskorrektur von 1 2/3 Blenden aufgenommen. Obwohl ich mit ISO 5.000 fotografiert habe ist die Qualität um Längen besser. Das Bild ist ebenfalls „out of cam“, es wurde nicht entrauscht oder dergleichen, dennoch ist das Rauschen kaum wahrnehmbar.

 ohne Belichtungskorrektur
aufgehellt
mit Belichtungskorrektur

Wer also bisher noch nicht mit der Belichtungskorrektur gearbeitet hat dem kann ich nur ans Herz legen sich ernsthaft damit zu beschäftigen. Schaut mal in die Bedienungsanleitung eurer Kamera, geht raus und testet das. Sind eure Bilder zu dunkel korrigiert entsprechend nach oben, sind sie zu hell korrigiert nach unten. Im Prinzip ist es echt easy, entscheidend ist nur, dass ihr euer Werkzeug beherrscht und möglichst im Schlaf bedienen könnt.

Die Bilder dieser Hochzeit werde ich im Übrigen in Kürze auf meiner Homepage www.marc-schelwat.com veröffentlichen.
Ansonsten möchte ich meinen Assistenten lobend erwähnen. Denn abgesehen von ein paar unterbelichteten Bildern hat er insgesamt eine sehr gut Performance abgeliefert und die Kernaufgabe hervorragend bewältigt. Insgesamt waren wir schon ein sehr gutes Team. Danke an dieser Stelle…