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Kleine Tricks, bessere Urlaubsfotos…

Kleine Tricks, bessere Urlaubsfotos…

Es war diese eine Palme die mir den Motivationsschub gab diesen Artikel zu schreiben… Rückblick, Sommerurlaub 2013, schön war es, aber davon möchte ich jetzt gar nicht berichten. Komme ich also zurück auf die Palme. Vom Balkon unseres Hotelzimmers konnte ich es tagtäglich beobachten. Diese eine Palme hatte geradezu eine magnetische Anziehungskraft. Zeitweise musste man sogar anstehen wenn man diese Palme als Hintergrundmotiv in sein Urlaubsfoto einbauen wollte. Tagtäglich habe ich beobachtet wie Menschen ihre Liebsten vor dieser Palme platzierten und und ihr Foto machten. Doch warum diese Palme? Ich weiß es nicht, wohl aber, dass Büsche, Bäume oder eben Palmen grundsätzlich gerne als Hintergrund für Portraitfotos herhalten müssen. Doch in den seltensten Fällen wirkt das schön, vielmehr eindimensional und langweilig zudem ist es praktisch unmöglich hier noch die allseits beliebte Hintergrundunschärfe einzubringen.

Auch wenn der Sommer schön längst in vollen Zügen ist, für viele steht der Sommerurlaub noch an. Ich möchte euch nun mit ein paar Tricks verraten die euch dabei helfen mit richtig schönen Bildern nach Hause zu kommen. Es sind eigentlich ganz einfache und banale Dinge die man beachten sollte und schon verbessern sich die Bildergebnisse um ein Vielfaches. Aus meiner Sicht machen ALLE Anfänger die gleichen Fehler. Zur Verdeutlichung folgt ein Bild wie es jeder Anfänger ungefähr machen würde. Ich habe das einfach mal nachgestellt, Kamera auf Automatik und Feuer frei.

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Doch was ist nun so falsch an dem Bild?

1. Es wurde mit der Sonne fotografiert, so haben wir es ja alle irgendwann mal gelernt. Man kann das auch machen nur gibt es da wirklich einiges zu beachten. Das Problem bei direktem Sonnenlicht ist das extrem harte Licht. Die Kontraste sind riesig, das Model kneift in der Regel die Augen zusammen und es entstehen harte Schatten in den Augenhöhlen und unter der Nase. Vermutlich werdet ihr in der direkten Sonne nicht in der Lage sein schöne Fotos zu machen. Und je höher die Sonne steht desto heftiger sind die gerade beschriebenen Störfaktoren. Also machen wir es uns so einfach wie möglich. Verbesserung Nr. 1, platziert euer Model in den Schatten gehen.

2. Perspektive. Und die ist soooo wichtig. Es ist tatsächlich so, dass Fotos von Anfängern immer im Stehen gemacht werden, das könnt ihr mal beobachten. Damit wirken die Bilder genau wie aus unserer normalen Sichtweise und erscheinen damit wenig interessant. Probiert es mal aus, es ist so einfach, geht einfach mal in die Hocke und macht euer Foto, es wird so viel besser. Tipp: geht bei Kopfportraits auf Augenhöhe, bei Oberkörper-Portrais auf Brusthöhe und bei Ganzkörperaufnahmen auf Hüfthöhe.

3. Bildgestaltung. Auch sehr entscheidend, Anfänger neigen grundsätzlich dazu ihr Motiv in die Mitte des Bildes zu platzieren. In ganz bestimmten Ausnahmefällen wirkt das auch super, in der Regel jedoch nicht. Überhaupt nicht. Natürlich dürfen Regeln auch gebrochen werden, für den Anfang empfehle ich euch aber euch an die sogenannte drittel Regel zu halten (auch der goldene Schnitt genannt). Hiermit könnt ihr erst mal nichts falsch machen. Ihr müsst euch das Bild bzw. die Aufteilung wie ein Tick Tack Toe Spielfeld vorstellen, also mit zwei horizontalen und zwei vertikal Linien (das Bild wird also sowohl horizontal als auch vertikal gedrittelt). Jeweils die Schnittpunkte der Linien definieren den goldenen Schnitt. Wenn ihr nun die wichtigen Bildelemente auf die Schnittpunkte oder auf die Linien (also in den drittel Bereich) legt bekommt ihr einen harmonischen Bildaufbau, probiert es mal aus.

4. Der schon erwähnte Hintergrund. Eine Palme oder ähnliches direkt im Nacken zu haben finde ich persönlich furchtbar. Sucht nach Hintergründen mit Tiefe, oder geht schräg an ein Motiv dran. Ich zeige gleich ein paar Beispiele.

5. Der Vordergrund. Es ist natürlich nicht immer möglich einen Vordergrund mit ins Bild zu bekommen. Aber doch viel öfter als ihr vielleicht glaubt. Und wenn ihr die Möglichkeit habt einen Vordergrund mit in den Bildaufbau zu nehmen dann macht das. Das Bild bekommt dadurch viel mehr Teile und wirkt ausgewogener und dadurch gleichzeitig interessant. Man sagt auch „Vordergrund macht Bild gesund“

6. Die Belichtung. Super wichtig. Eure Kamera wird im Automatikmodus immer versuchen die Gesamtszenerie korrekt zu belichten. Was ihr aber wollt ist euer Model korrekt zu belichten, genauergesagt die Haut euers Models. Versucht mal folgendes. Stellt eure Kamera in den Blendenvorwahlmodus (bei Canon AV, Nikon A), wählt eure bevorzugte Blende (z.B. f = 4.0) und ISO (z.B. 400) und wenn möglich stellt die Messmethode auf Spotmessung. Jetzt geht ganz ganz nah ans Model heran, zielt auf einen Bereich der Haut der korrekt belichtet werden soll (z.B. Stirn). Ihr braucht nicht scharf zu stellen und ihr müsst jetzt auch kein Foto machen, ihr müsst jetzt nur im Sucherdisplay die Belichtungszeit ablesen. Nun geht in den manuellen Modus eurer Kamera (M) und stellt die vorher definierten Werte für Blende und ISO entsprechend ein, außerdem die soeben ermittelte Belichtungszeit. Macht nun einen Testschuss und überprüft das Ergebnis im Display. Wenn es passt könnt ihr nun eure Fotos machen und habt (solange sich die Lichtsituation nicht ändert) immer perfekt belichtete Fotos. Wenn es noch nicht korrekt ist korrigiert die Belichtungszeit und machte einen weiteren Testschuss, jetzt sollte es in der Regel passen.

Tja, wenn ihr diese paar Punkte beachtet und umsetzt sollten eure Bilder super werden. Aber gehen wir das doch gemeinsam noch mal durch. Wir haben ja gesagt, das Bild oben ist nix, also bringen wir mal die erste Verbesserung ins Bild. Wir drehen die Modelle um, so dass die Sonne im Nacken ist. Dann sieht das so aus.

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Hmm, ist irgendwie immer noch nix, aber zumindest haben wir jetzt nicht mehr die schwarzen Augenhöhlen. Also gehen wir einen Schritt weiter. Wir ändern die Perspektive, d.h. runter in die Hocke (ja, das muss sein). Außerdem wird das Hauptmotiv (also die Modelle) nicht mehr mittig platziert und die Belichtung wird wie oben beschrieben korrigiert. Sieht dann so aus.

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Schon besser, es wird langsam. Aber richtig gut ist trotzdem anders. Meiner Meinung nach liegt das am Hintergrund. Glaubt mir, so eine Palme direkt hinter sich zu haben ist wirklich nicht schön. Vergesst so etwas. Aber was ist denn dann ein geeigneter Hintergrund? Also vor Ort war es so, nach dem wir nun mit der Palme fertig waren habe ich mich einfach mal umgedreht und meine Modelle nun an einer simplen Hauswand platziert. Da habe ich in den zwei Wochen vor Ort niemanden Fotos machen sehen. Doch ich finde die Fotos sind viel cooler als an der doofen Palme. Letztendlich habe ich auf folgende Dinge geachtet. Es war Mittags, also auf jeden Fall raus aus der Sonne, ab in den Schatten. Außermittiger Bildaufbau. Tiefe Perspektive. Belichtung auf die Haut. Das war´s. Ich finde mit dem Bild kann man ganz gut leben, was meint ihr?

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Im folgenden zeige ich noch einige Bilder die ich von der netten Familie (die sich freundlicherweise für mein Vorhaben zur Verfügung gestellt hat, an dieser Stelle ein großes Dankeschön) in unserer Hotelanlage gemacht habe. Alle Bilder habe ich bewusst ohne Hilfsmittel gemacht, also weder Blitz noch Aufheller etc. verwendet. Außerdem habe ich bewusst abgeblendet fotografiert, also mit Blendenwerten zwischen 4.0 und 5.6. Somit wäre es problemlos möglich die Bilder mit einer Einsteiger-DSLR mit Kit Objektiv zu machen und soll eure Lust am fotografieren steigern. Das gesamte Shooting, einmal quer durch den Club, hat im Übrigen kaum mehr als 30 Minuten gedauert. Ach ja, lasst mich mal wissen wie eure Urlaubsfotos geworden sind…

Und hey, falls jemand Lust hat etwas mehr über Fotografie zu lernen, besucht doch einfach meinen Workshop am 16.11.2013 in Köln!

Fotograf Leverkusen

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Fotograf Köln

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Fotograf Düsseldorf

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© Marc Schelwat – Fotograf Leverkusen


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