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Jinbei Freelander FL-II 500 Porty

Jinbei Freelander FL-II 500 Porty

Wofür in der Bezeichnung dieses mobilen Blitzes die Zahl 500 steht ist mir völlig unklar. Wo doch der Blitz „nur“ 400 Ws Leistung vorzuweisen hat. Aber abgesehen von der irreführenden Bezeichnung ist der Jinbei Freelander FL-II 500 Porty ein echtes Schätzchen für mich. Bisher hatte ich noch keine Lösung gefunden einen Blitz, der etwas mehr Leistung als ein Aufsteckblitz hat, im HSS Modus abzufeuern. Wie sehr habe ich immer all die Nikon User beneidet die diese Möglichkeiten bereits nutzen konnten. Jetzt endlich habe ich auch einen Weg gefunden einen (anständigen) Blitz mit meiner Canon jenseits der 1/200stel Grenze auszulösen. In Kombination mit dem Yongnuo YN-622C TTL Funkauslöser lässt sich der Blitz problemlos bis zu einer 1/8.000stel Sekunde synchronisieren. Wow, damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Somit ist es nämlich möglich mit der allseits geliebten Offenblende zu fotografieren. Und da auch ich ein Offenblenden-Junkie bin, dürfte mir die Begeisterung zurzeit im Gesicht geschrieben sein. Super gut finde ich auch, dass ich über das vorhandene Bowens Bajonett meinen Beauty Dish von Flash2Softbox verwenden kann. So habe ich direkt einen guten Outdoor Lichtformer parat. In meiner Rolle als Hochzeitsfotograf freue ich mich nun auf die nächste Gelegenheit den Blitz in der Praxis anzuwenden.

Zwei Dinge möchte ich euch jedoch nicht vorenthalten.

1.) Einen etwas instabilen Eindruck macht mir der Klemmneiger am Blitzkopf. Bei größeren Lichtformern dürfte es wohl Probleme mit der Feststellung geben.

2.) Obwohl die HSS Synchronisation problemlos funktioniert, ist in den Fotos ein leichter Helligkeitsverlauf erkennbar. Dieser lässt sich jedoch problemlos z.B. in Lightroom mit dem Verlaufsfilter korrigieren.

Folgend seht ihr ein paar Bilder die ich mit dem Jinbei gemacht habe.

 

Exif: 1/100 Sek. bei f / 5,0, ISO 640, 12mm

AN9Y7390-2
 

Exif: 1/640 Sek. bei f / 5,6, ISO 200, 50mm

Fotograf Marc Schelwat

 

Herstellungsdatum und Ort eines Canon Objektivs ermitteln

Aus gegebenem Anlass möchte ich folgend erläutern wie ihr das Alter bzw. das Herstellungsdatum sowie den Herstellungsort eurer Canon Objektive ermitteln könnt. Leider geht das nicht bei allen Objektiven.

Jedes Canon Objektiv hat hinten am Bajonett eine Seriennummer eingraviert. Diese Nummer bringt euch aber hier nicht weiter. Alle Canon Objektive der L-Serie (und vereinzelnd auch ältere non-L-Objektive) verfügen über eine weitere Nummer, den sogenannten Herstellungscode. Dieser Code befindet sich ebenfalls hinten auf dem Bajonett, allerdings auf dem Kunststoffteil. Mitunter ist dieser Code recht schwer zu erkennen, ihr solltet also genau hinschauen. Mit Hilfe der folgenden Tabellen könnte ihr den Code ganz leicht interpretieren.

Objektiv_Seriennummer

Zur Erläuterung, im gezeigten Beispiel ist UZ1004 der Herstellungscode und 3737002 die Seriennummer.

Herstellungsort
Die erste Ziffer identifiziert den Herstellungsort. Hier gibt es folgende Möglichkeiten:

U = Utsunomiya, Japan
F = Fukushima, Japan
O = Oita, Japan

UZ1004 = Utsunomiya, Japan

Herstellungsjahr
Die zweite Ziffer identifiziert das Herstellungsjahr. Hier gibt es folgende Möglichkeiten:

A = 1986, 1960            H = 1993, 1967            O = 2000, 1974            V = 2007, 1981
B = 1987, 1961             I = 1994, 1968             P = 2001, 1975            W = 2008, 1982
C = 1988, 1962             J = 1995, 1969             Q = 2002, 1976            X = 2009, 1983
D = 1989, 1963            K = 1996, 1970             R = 2003, 1977            Y = 2010, 1984
E = 1990, 1964             L = 1997, 1971             S = 2004, 1978            Z = 2011, 1985
F = 1991, 1965             M = 1998, 1972            T = 2005, 1979            A = 2012
G = 1992, 1966            N = 1999, 1973            U = 2006, 1980            B = 2013

UZ1004 = 2011

Herstellungsmonat

Die Ziffern 3 und 4 identifizieren den Herstellungsmonat wobei 01 für Januar und 12 für Dezember stehet. Manchmal kann es vorkommen, dass Canon die erste Ziffer auslässt, es gilt dann nur die eine Ziffer für den Herstellungsmonat.

UZ1004 = Oktober

Ohne Bedeutung

Die beiden letzten Ziffern sind ohne Bedeutung und für die Identifizierung des Objektives ohne Relevanz.

UZ1004 = Bei den letzten beiden Ziffern handelt es sich um einen Canon internen Code, der für die Bestimmung des Alters keine Relevanz hat.

In dem oben genannten Beispiel stammt das Objektiv also aus Oktober 2011 und wurde in Utsunomiya gebaut.

Auf Mallorca mit der Canon PowerShot G12

 

Den folgenden Artikel möchte ich gerne meiner kleinen Canon G12 Kamera widmen. Anfang März hatte ich das Glück auf Mallorca die ersten wohltuenden Sonnenstrahlen einzufangen. Üblicherweise reist mit mir auch immer meine Spiegelreflex. Dieses Mal hatte ich jedoch die Auflage die Große zu Hause zu lassen. So hatte ich also die Gelegenheit mich etwas intensiver mit der G12 auseinander zu setzen. Wenn gleich die Kamera auch ein paar Schwächen hat, ein Spielzeug ist sie keineswegs. Was mir persönlich am besten gefällt ist das Klappdisplay, hiermit sind Aufnahmen aus nahezu jeder Perspektive problemlos und komfortabel umsetzbar. Die G12 unterstützt das RAW-Format welches aus meiner Sicht ein Muss ist. Selbstverständlich lässt sich die Kamera auch manuel bedienen (ich habe den M-Modus gar nicht verlassen). Die Kamera hat einen eingebauten Bildstabilisator welcher wirklich gute Arbeit leistet. Das letzte Bild z.B. habe ich Freihand bei 1/15 Sek (f = 2.8, ISO = 640) geschossen. Auch lassen sich hochwertige Panoramen problemlos umsetzen da sowohl Belichtung als auch der Fokus manuel einstellbar sind. Das gezeigte Beispiel (Bild 10) besteht aus 12 Hochformat-Aufnahmen, alle Freihand geschossen.

Wie erwähnt hat die Kamera aber auch Nachteile. Die für mich erwähnenswerten Nachteile sind zum einen die Geschwindigkeit welche ich als recht träge bezeichnen würde sowie die untere Brennweite von 28mm. Ich hätte mir hier eine Brennweite von 24mm gewünscht.

Fazit: Die G12 ersetzt keineswegs eine DSLR, aber als Ergänzung durchaus eine Überlegung wert. Die Qualität ist völlig in Ordnung und der Spaßfaktor ist nicht zuletzt durch das Schwenkdisplay sehr hoch.

Die G12 ist nicht mehr das aktuelle Model der PowerShot Serie. Nachfolger sind die G15 und die G1 X. Bei der G15 hat Canon auf das geniale Schwenkdisplay verzichtet, für mich ein K.O.-Kriterium. Die G1 X bietet diesen Vorzug wieder und wäre für mich die erste Wahl.

Die folgenden Beispielbilder sind alle und ausschließlich mit Lightroom entwickelt worden (Ausnahme, das Panorama).  Ich hatte auf Mallorca meinen Spaß mit der kleinen Kamera und die Ergebnisse gefallen mir sehr gut. Was ist eure Meinung zur gehobenen Kompaktklasse?